k1300.de Forum-Archiv
← Alle Beiträge
· Joe

BMW F 450 RR: Der kleine Supersportler mit RR-DNA für die 48-PS-Klasse

BMW Motorrad präsentiert die neue BMW F 450 RR.
Bild: BMW Group / Hornig — Lizenz geprüft

BMW F 450 RR: Der kleine Supersportler mit RR-DNA für die 48-PS-Klasse

Die RR-Familie bekommt Zuwachs, und zwar ganz unten im Hubraum-Keller: BMW Motorrad hat die neue F 450 RR vorgestellt. Ein Supersportler für die 48-PS-Klasse, der aussieht wie eine geschrumpfte S 1000 RR und sich laut BMW auch so fahren soll - leicht, direkt und präzise. Für uns als Fans von Sport und Roadster ist das spannend, denn hier wächst womöglich die nächste Generation RR-Fahrer heran.

Die Eckdaten im Überblick

  • Zweizylinder-Reihenmotor mit 420 cm³
  • 35 kW (48 PS) bei 8 750 min-1
  • 43 Nm bei 6 750 min-1, 80 Prozent davon schon bei 3 000 min-1
  • Fahrfertig nur 177 kg
  • Sitzhöhe 790 mm, 14-Liter-Tank
  • Verbrauch 3,8 l/100 km, Reichweite über 350 km
  • Wartungsintervall 10 000 km
  • Euro 5+

Design: S 1000 RR im Kleinformat

Optisch lässt BMW keinen Zweifel an der Verwandtschaft. Nose-down-Tail-up-Haltung, RR-Flyline, Winglets und Splitface sind da. Dazu kommen asymmetrische Verkleidungsseitenteile mit Kiemen auf der rechten Seite und ein LED-Scheinwerfer mit der typischen RR-Tagfahrlichtsignatur, die von der aktuellen S 1000 RR inspiriert ist. Wer die große Schwester kennt, erkennt die Kleine sofort.

Motor: Zweizylinder mit Charakter

Das Triebwerk stammt aus der neuen F 450 GS und wurde für den Sporteinsatz neu abgestimmt. Die Kurbelwelle mit 135-Grad-Hubzapfenversatz soll für einen charaktervollen Klang und Vortrieb sorgen, eine Ausgleichswelle hält die Vibrationen niedrig. Magnesiumdeckel an Kupplung und Getriebe sparen Gewicht. Die Edelstahl-Abgasanlage mit zwei Katalysatoren sitzt unter dem Motor. Bemerkenswert: 48 PS aus nur 420 cm³ machen den Motor laut BMW zu einem der kompaktesten und stärksten im A2-Zweizylinder-Segment.

Das Leistungsgewicht ist der eigentliche Trumpf. 48 PS auf 177 kg - das klingt nach einem Motorrad, das man in Kurven richtig ausquetschen kann, ohne ständig am Limit der Vernunft zu sein.

Fahrwerk: Gitterrohr statt Brückenrahmen

Das Chassis basiert auf dem Konzept der F 450 GS, wurde aber klar auf Supersport getrimmt. Der Gitterrohrrahmen aus verschweißten Stahlrohren und Schmiedeteilen nimmt den Motor als mittragendes Element auf. Vorn arbeitet eine KYB-Upside-down-Gabel mit 43 mm Standrohren, hinten eine Hohlguss-Zweiarmschwinge aus Aluminium mit direkt angelenktem KYB-Federbein. Beim Sportfahrwerk lässt sich die Gabel in Zug- und Druckstufe einstellen, das Federbein in Federbasis und Zugstufe.

Gerollt wird auf Alu-Gussrädern mit 110/70-17 vorn und 150/60-17 hinten. Gebremst wird vorn mit einer 310-mm-Scheibe und Brembo-Vierkolben-Monobloc-Festsattel, hinten mit einer 240-mm-Scheibe und ByBre-Sattel.

Elektronik und Bedienung

Für ein Motorrad dieser Klasse ist die Serienausstattung stattlich:

  • ABS Pro mit Schräglagen-ABS
  • Dynamic Brake Control (DBC)
  • Dynamic Traction Control (DTC)
  • Motorschleppmomentregelung (MSR)
  • Fahrmodi Rain, Road und Race
  • 6,5-Zoll-TFT mit Connectivity
  • LED-Beleuchtung, Heizgriffe und USB-C-Steckdose

Die M Sport-Varianten bekommen zusätzlich die Fahrmodi Pro mit einem konfigurierbaren Race-Pro-Modus. Dadurch werden im 6,5-Zoll-TFT-Display die Core-Screens der großen RR-Schwestern freigeschaltet, die sportliche Zusatzanzeigen für die Traktionskontrolle (DTC), die aktuelle Bremskraft, die Schräglage sowie einen Laptimer bieten.

Ein besonderes Detail ist die optionale Easy Ride Clutch. Sie übernimmt das Einkuppeln drehzahlabhängig, in Kombination mit dem Schaltassistent Pro fährst du also ohne Kupplungsbetätigung hoch und runter. Im Schubbetrieb bleibt die Kupplung geschlossen, die Motorbremse wirkt bis kurz vor dem Stillstand, erst im Leerlaufbereich öffnet sie automatisch und verhindert das Abwürgen. Der Kupplungshebel bleibt für den bewussten Eingriff erhalten.

Für die Rennstrecke gedacht

Der Stummellenker sitzt direkt an der geschmiedeten Alu-Gabelbrücke. Fußhebel und Seitenständer sind aus geschmiedetem Aluminium, die Soziusfußrasten-Ausleger sind mit dem Heckrahmen verschraubt - in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich. Das Schaltschema lässt sich umkehren, was auf der Rennstrecke Gold wert ist. Per Zubehör sitzt du über den Fahrersitz Sport hoch 20 mm höher oder mit dem niedrigen Fahrersitz 15 mm tiefer.

Vier Varianten

  1. F 450 RR Basis in Cosmic Black
  2. F 450 RR Sport in Racing Red, mit Schaltassistent Pro und Sportfahrwerk
  3. F 450 RR M Sport in Snaefell Weiß / M Motorsport, mit Fahrmodi Pro, Schaltassistent Pro und Sportfahrwerk
  4. F 450 RR M Sport mit Innovationspaket, zusätzlich mit Easy Ride Clutch

Den Schaltassistent Pro kannst du bei der Basis nachrüsten, die Easy Ride Clutch gibt es für alle Nicht-M-Sport-Varianten als Original-Zubehör zum Nachrüsten.

Unser Fazit

Die F 450 RR ist kein Mini-Spielzeug, sondern ein durchdacht gebauter Einstieg in die RR-Welt: wenig Gewicht, ordentliche Technik, echte Rennstrecken-Details und eine A2-taugliche Leistung. Ob sie sich so scharf fährt, wie das Datenblatt verspricht, wird sich im Test zeigen. Klar ist aber: Wer einen Supersportler für den Führerschein-Einstieg sucht, bekommt hier BMW-DNA im Kleinformat. Und vielleicht sitzt in ein paar Jahren genau dort der nächste S 1000 RR-Fahrer.

Joe

Autor·in auf k1300.de Forum-Archiv