BMW K1300S: Der Vierzylinder-Sportler, der auch Langstrecke kann

BMW K1300S: Der Vierzylinder-Sportler, der auch Langstrecke kann
Wenn du dich in der K-Welt von BMW auskennst, kommst du an der K1300S nicht vorbei. Sie war das Sport-Flaggschiff der Marke zwischen 2008 und 2016 und zeigt bis heute, wie BMW den Spagat zwischen Sportlichkeit und Langstreckentauglichkeit gelöst hat. Zeit, sich diesen Vierzylinder noch einmal genauer anzuschauen.
Die Ablösung der K1200S
Im Oktober 2008 trat die K1300S die Nachfolge der K1200S an, die seit September 2004 gebaut worden war. BMW hat dabei nicht nur den Namen geändert, sondern kräftig nachgelegt: Der Hubraum wuchs um 136 Kubikzentimeter, die Leistung stieg auf satte 175 PS (130 kW). Dazu kamen neu gestaltete Verkleidungsteile und eine überarbeitete Auspuffanlage, die dem Motorrad ein eigenständigeres Gesicht gaben.
Der Motor im Detail
Das Herzstück ist ein Reihenvierzylinder mit 1.293 cm³ Hubraum, Bohrung und Hub liegen bei 80,0 x 64,3 Millimetern, die Verdichtung bei 13:1. BMW gab die Leistung mit 175 PS an - unabhängige Tests auf der Rolle kamen je nach Quelle auf rund 147 bis 152 PS an der Hinterradnadel, was für einen Vierzylinder dieser Klasse immer noch ordentlich ist. Beim Drehmoment nennt BMW 140 Nm, gemessen wurden am Hinterrad etwa 121 bis 124 Nm.
Was diese Zahlen in der Praxis bedeuten, zeigte ein Test von Motorcyclist: 10,62 Sekunden auf der Viertelmeile bei einer Endgeschwindigkeit von 133 mph. Die gemessene Höchstgeschwindigkeit lag bei 174,5 mph, umgerechnet also rund 281 km/h.
Fahrwerk: Duolever und Paralever mit ESA II
Technisch bleibt die K1300S ihrer Linie treu und setzt vorn auf die BMW-typische Duolever-Vorderradführung, hinten auf Paralever - beide elektronisch verstellbar über ESA II. Das Bridge-Rahmenkonzept aus Aluminium-Druckguss nutzt den Motor tragend mit, eine Bauweise, die BMW seit Jahren in der K-Baureihe verfeinert. Gebremst wird vorn mit einer Doppelscheibenanlage und Brembo-Vierkolbensätteln, hinten mit einem Brembo-Zweikolbensattel - bei Bereifung 120/70 vorn und 190/55 hinten auf Metzeler Sportec M3.
Zahlen zum Fahrverhalten
Mit einem Radstand von 1.580 Millimetern, einem Lenkkopfwinkel von 29,6 Grad und 100 Millimetern Nachlauf ist die Geometrie klar auf stabile Sportlichkeit ausgelegt, nicht auf Wendigkeit im Slalomstil. Die Sitzhöhe liegt bei 820 Millimetern, das Trockengewicht bei 228 Kilogramm, fahrfertig kommen rund 258 Kilogramm zusammen. Der Tank fasst 19 Liter.
Ein Meilenstein der K-Geschichte
Die K1300S markiert einen Punkt, an dem BMW den sportlichen Reihenvierzylinder noch einmal ordentlich schärfte, bevor die Marke mit der S1000RR ab 2009 einen komplett neuen Weg im Supersport-Segment einschlug. Als Sport-Tourer mit Reisetauglichkeit blieb die K1300S aber ihre eigene Nische: Wer lange Strecken mit Nachdruck zurücklegen wollte, ohne auf eine reinrassige Rennstreckenmaschine zu setzen, fand hier ein Motorrad, das beides konnte. Die Produktion endete 2016 - seitdem hat sie sich als gesuchter Youngtimer in der Sportler-Szene etabliert.
Wenn du selbst eine K1300S fährst oder überlegst, dir eine zuzulegen: Die Kombination aus Duolever-Vorderradführung, kräftigem Vierzylinder und solider Fahrwerksbasis macht sie noch heute zu einem spannenden Einstieg in die sportliche BMW-Welt jenseits der aktuellen S1000-Modelle.