K 1200 GT Umbau: Als Hornig einen Tourer perfektionierte

K 1200 GT Umbau: Als Hornig einen Tourer perfektionierte
Manchmal reicht ein serienmäßig schon sehr gutes Motorrad nicht, um alle Ansprüche zu erfüllen. Die BMW K 1200 GT galt 2008 als einer der komfortabelsten Tourer im BMW-Programm, und trotzdem hat sich die Firma Hornig hingesetzt und überlegt, wie man das Ganze noch weiter auf den einzelnen Fahrer zuschneiden kann. Herausgekommen ist ein Umbau, der erstmals bei den BMW Motorrad Mountain Days in Kaprun in Österreich der Öffentlichkeit gezeigt wurde und dort auch prompt gut ankam.
Sitzkomfort als zentrales Thema
Wer viele Kilometer am Stück fährt, weiß, wie sehr die Sitzbank über den Tag entscheidet. Genau da hat der Umbau angesetzt: Sowohl Fahrer- als auch Soziussitz bekamen eine Hohlkehle, die das Steißbein entlastet, und wurden um rund 15 mm verbreitert. Die Polsterung ist zweischichtig aufgebaut, oben angenehm weich, darunter fest genug, um das lästige Durchsitzen bei langen Etappen zu verhindern. Für den Sozius gibt es eine Erhöhung im vorderen Sitzbereich, die eine verkrampfte Hohlkreuz-Haltung vermeidet. Rutschfestes Leder auf beiden Bänken sorgt zusätzlich dafür, dass man beim Bremsen nicht nach vorne rutscht, ein Detail, das man erst zu schätzen weiß, wenn man es einmal vermisst hat.
Windschutz, der wirklich etwas bringt
Ergänzt wird das Sitzkonzept durch ein V-Stream Windschild mit 64 cm Höhe und 60 cm Breite. Kratzfest verarbeitet, nimmt es spürbar Druck von Helm und Schultern und reduziert die Verwirbelungen, die bei vielen original Scheiben gerade im Kopfbereich für Unruhe sorgen. Auf längeren Autobahnetappen ist das kein kosmetisches Detail, sondern ein echter Unterschied für die Nackenmuskulatur.
Gepäck, das mitdenkt
Eine GT lebt vom Reisen, und entsprechend viel Aufmerksamkeit bekam die Zuladung. Wasserdichte Kofferinnentaschen wurden exakt an die Form der Originalkoffer angepasst, inklusive Dokumentenfach außen und Tragegurt, damit Be- und Entladen keine Fummelei wird. Dazu kommt ein 23-Liter-Tankrucksack, ebenfalls wasserdicht, der zusammen mit den Kofferinnentaschen dafür sorgt, dass für eine ordentliche Tour wirklich alles Platz findet. Eine durchdachte GPS-Halterung hält das Navigationsgerät trotz des großen Tankrucksacks gut im Blick, ohne dass man sich beim Ablesen zu weit von der Strecke ablenken lässt.
Kleine Hebel, große Wirkung
Vergrößerte Brems- und Schalthebel plus ein verlängerter Seitenständer machen den Alltag mit vollbepackter Maschine spürbar einfacher, gerade das Geradestellen eines beladenen Tourers ist sonst oft eine kleine Kraftprobe. Für den passenden Sound und mehr Leistungsentfaltung sorgt ein Remus Revolution Titan Schalldämpfer.
Auffällige Lackierung mit Bezug
Optisch ist der Umbau kaum zu übersehen: Die K 1200 GT wurde in Alpina Weiß lackiert, jener Farbe, die zur gleichen Zeit auch am BMW M3 E92 zu finden war, und mit einem markanten „K”-Aufkleber versehen. Dazu kommen zahlreiche Detaillösungen wie Radachs- und Lagerzapfenabdeckungen, Rahmen- und Lenkkopfverschlusskappen, ein Kühlergitter sowie weiße Blinkergläser, die dem Auftritt den letzten Schliff geben.
Ein Umbau, der bis heute Eindruck macht
Was diesen K 1200 GT Umbau bemerkenswert macht, ist nicht ein einzelnes spektakuläres Bauteil, sondern die Summe vieler durchdachter Details, die alle auf ein Ziel einzahlen: mehr Komfort, mehr Praxistauglichkeit, mehr Freude am Reisen. Für alle, die selbst eine K 1200 GT oder ihre Nachfolgerin K 1300 GT bewegen, zeigt dieses Projekt aus dem Jahr 2008 eindrucksvoll, wie viel Potenzial in einem an sich schon starken Serientourer noch steckt, wenn man ihn konsequent auf den Fahrer zuschneidet.