Markus Flasch wird ACEM-Präsident: Was das für BMW-Fahrer bedeutet
Markus Flasch wird ACEM-Präsident: Was das für BMW-Fahrer bedeutet
Wenn du regelmässig K 1300, S 1000 R oder R nineT fährst, hast du dich wahrscheinlich noch nie gefragt, wer eigentlich in Brüssel für die Interessen der Motorradbranche spricht. Genau das ändert sich jetzt mit einer Personalie, die für die gesamte Zunft relevant werden könnte: Markus Flasch, seit Jahren CEO von BMW Motorrad, wurde zum neuen Präsidenten der ACEM ernannt, dem europäischen Dachverband der Motorrad- und Fahrzeughersteller.
Was ist die ACEM überhaupt?
Die ACEM ist die Lobbyorganisation, die die Interessen von Herstellern wie BMW, Ducati, KTM, Piaggio oder Yamaha gegenüber der EU vertritt. Wenn in Brüssel über Abgasnormen, Lärmgrenzwerte, Sicherheitsvorschriften oder den Zugang von Motorrädern zu Innenstädten diskutiert wird, ist die ACEM die Stimme, die am Verhandlungstisch sitzt. Gerade in den letzten Jahren ist diese Rolle wichtiger geworden, weil sich gleich mehrere große Themen überlagern: schärfere Abgasnormen, die Debatte um Verbrenner-Ausstiegsdaten, neue Regeln für den Stadtverkehr und der branchenweite Umbau in Richtung Elektrifizierung.
Warum ausgerechnet jetzt und warum Flasch
Dass mit Flasch der Chef eines Herstellers an die Spitze rückt, der explizit nicht nur auf Elektromobilität setzt, sondern weiterhin ein breites Programm aus klassischen Boxern, Vierzylinder-Sportlern und Reihenvierzylinder-Tourern pflegt, ist kein Zufall. Die kommenden Jahre werden für genau diese Fahrzeugkategorien entscheidend: Wie streng werden zukünftige Euro-Abgasstufen für große Hubraumklassen ausfallen? Welche Regeln gelten für Innenstädte, wenn immer mehr Kommunen über Fahrverbote oder Umweltzonen nachdenken? Und wie viel Spielraum bleibt für Modelle wie die R 18 oder die klassische Boxer-Roadster-Reihe, wenn Dekarbonisierungsziele politisch verschärft werden?
Für Fahrer aus der Sport-, Roadster-, Tourer- und Klassik-Welt, also für alles ausserhalb der GS-Reiseenduro-Schiene, ist das keine abstrakte Brüsseler Bürokratie. Es geht direkt um die Frage, ob und wie lange es Modelle wie die K 1300 GT, die S 1000 R oder luftgekühlte Klassiker im Straßenverkehr überhaupt noch geben wird, und unter welchen Auflagen.
Ein Balanceakt zwischen Innovation und Bestand
Interessant wird sein, wie Flasch diese Doppelrolle ausfüllt. Als BMW-Motorrad-Chef treibt er selbst die Elektrifizierung voran, gleichzeitig muss er als ACEM-Präsident die Interessen der gesamten Branche vertreten, inklusive der Hersteller und Modelle, die noch lange auf klassische Verbrennungsmotoren setzen werden. Gerade für Liebhaber von Boxermotoren, klassischen K-Modellen oder luftgekühlten Youngtimern ist es beruhigend zu wissen, dass jemand am Verhandlungstisch sitzt, der aus erster Hand versteht, wie wichtig diese Fahrzeugkategorien für Kunden und Kultur sind, und nicht nur auf die nächste Zulassungsstatistik schaut.
Was das für dich als Fahrer heißt
Kurzfristig ändert sich für dich als Fahrer erstmal nichts. Aber langfristig entscheidet sich in genau solchen Gremien, wie die regulatorischen Leitplanken für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre aussehen werden, und damit auch, wie lange du deine K 1300, deine R nineT oder deinen klassischen Boxer noch uneingeschränkt bewegen kannst. Es lohnt sich also, diese Entwicklung im Blick zu behalten. Wir werden hier berichten, sobald aus der neuen ACEM-Führung konkrete Positionen zu Emissionsgrenzen oder Stadtverkehrsregeln hervorgehen.
Bis dahin gilt: Zeit, die eigene Maschine zu genießen, solange die Rahmenbedingungen noch so sind, wie wir sie kennen. Wer seine Tourenausstattung für die nächste große Fahrt aufrüsten will, findet passendes Zubehör zum Beispiel bei Hornig.